Orientierungslauf



Jugendauswahl gewinnt Herbert-Schmidt-Pokal

Bayerischer OL-Nachwuchs bei Ländervergleichskampf erfolgreich

 

Das bisher größte bayerische OL-Nachwuchsteam mit knapp 50 Athleten hatte sich für den diesjährigen Jugend- und Juniorenländervergleichskampf der Landesturnverbände in Kirkel (Saarland) einiges vorgenommen. In den letzten beiden Jahren erreichte die Mannschaft in der Gesamtwertung um den Deutschlandpokal jeweils den 3. Platz hinter Sachsen und Thüringen - in diesem Jahr sollte es Rang zwei werden. In der Jugendwertung um den Herbert-Schmidt-Pokal holte man im Vorjahr Platz zwei, der heuer wieder angestrebt wurde. In Abwesenheit von Landestrainer Roland Vogl betreuten Landesfachwart Ralph Körner und Landesjugendfachwart Sebastian Cionoiu die bayerische Nachwuchsmannschaft im Alter zwischen 10 und 20 Jahren. Insgesamt waren 13 Landesturnverbände ins Saarland gekommen. Als Topfavorit auf den Gesamtsieg galt die Mannschaft aus Sachsen. Weitere starke Teams schickten Thüringen, Westfalen, Hessen und Niedersachsen.

Den Auftakt des Länderkampfes bildete der Einzellauf, bei dem es für Bayern zunächst nicht so gut lief wie erhofft. Gleich drei Leistungsträger vergaben durch Orientierungsfehler den möglichen Tagessieg in ihren Kategorien. Dennoch wurden einige Spitzenplatzierungen erreicht. Bei den Schülerinnen kamen Annkathrin Greiner (TSV Grünwald) und Lena Brückner (OLG Regensburg) auf die Plätze 2 und 3, bei den Schülern Valtteri Kolehmainen (TSV Grünwald) auf den 2. Platz. Bei der weiblichen Jugend holten Anna Biller (SV Mietraching) Platz 2 und Nina Geiger (OLG Regensburg) Platz 7. Bei der männlichen Jugend überraschte Lukas Kühne (SV Mietraching) mit dem 6. Rang. Auch bei der weiblichen Jugend D 18 hatte Bayern mit Maria Lange (Mietraching) und Josephine Greiner (TSV Grünwald) auf den Rängen 4 und 5 gleich zwei Athletinnen im Spitzenfeld. In der Jugendkategorie H 18, sowie in den Juniorenkategorien D 20 und H 20 schafften die bayerischen Vertreter jeweils gute Plätze im vorderen Mittelfeld, so dass bei der abendlichen Siegerehrung auf eine gute Ausgangsposition in der Länderwertung gehofft werden durfte.

Die Verkündung der Wertung nach dem Einzellauf bestätigte dies, der bayerische Nachwuchs lag auf Platz 3, knapp vor der Mannschaft aus Westfalen. Deutlich führte der Favorit Sachsen vor dem Überraschungszweiten Hessen. Einen Tagessieg durften die Bayern bei der Ehrung trotzdem bejubeln, Ralph Körner (OLV Landshut) hatte den Betreuerlauf gewonnen.

Am nächsten Morgen stand zunächst wieder ein Betreuerlauf auf dem Programm, bei dem mit Ralph Körner und Thomas Scheler (TV Coburg-Neuses) die Ränge 3 und 6 erzielt wurden. In den darauffolgenden Stunden stellte sich heraus, dass die Trainer eine glückliche Hand bei der Staffelaufstellung bewiesen hatten. Bei den Schülern setzte man den erst zehnjährigen Tobias Spangenberg (OLG Regensburg) in der ersten Staffel ein. Er übernahm dabei das Rennen von seinem Vereinskameraden Tobias Kuhn und übergab nach einem tollen Lauf aussichtsreich liegend an Valtteri Kolehmainen. Der stellte seine derzeit gute Form unter Beweis und brachte die Staffel als 2. ins Ziel. Diesen Spitzenrang holte auch die ausgeglichen laufende D14-Staffel in der Besetzung Cornelia Sammet, Stephanie Fischer (beide OLG Regensburg) und Annkathrin Greiner.

Bei der weiblichen Jugend D 15-18 hatte man im bayerischen Lager schon im Vorfeld auf einen Sieg gehofft. Dass Josephine Greiner, Anna Biller und Maria Lange diesen, zur Freude aller Bayern am Ende auch wirklich nach Hause gelaufen haben, hing an einem seidenen Faden. Schlussläuferin Maria Lange hätte nämlich beinahe vergessen, den letzten Posten zu quittieren.

Unerwartet erfolgreich war auch die H17-18-Staffel mit Josef Fenzl (Regensburg), Christopher Clemens (Coburg-Neuses) und Florian Kerschl (Mietraching). Sie holten sich nach einem spannenden Wettkampf sensationell den zweiten Platz mit nur knappem Rückstand auf die Siegermannschaft. Die Staffel profitierte aber auch von einem folgenschweren Fehlstempel der eigentlich souverän führenden Sachsen, der diese damit aus dem Rennen warf. Da die nicht optimal besetzte bayerische H16-Staffel mit Rang 6 trotzdem das erhoffte Ergebnis erreichte, war klar, dass es in der Jugendwertung äußerst knapp werden würde.

Für die Gesamtwertung brauchte das bayerische Team auf jeden Fall noch gute Ergebnisse bei den Junioren. Hier war man aber nicht ganz so stark besetzt wie bei der Jugend. In der D19-20 reichte es trotz kämpferischer Leistung nur zu Rang 7. Besser machte es das Trio mit Sebastian Cionoiu, Benjamin Forkel (beide TV Coburg-Neuses) und Simon Aigner (Mietraching). Nach missglücktem Beginn beendeten sie das Rennen auf Platz 4 und holten so wertvolle Punkte für das Team.

Besonders spannend verlief dann die Verkündung der Länderwertungen. Bei den Junioren landete Bayern auf Rang vier und war damit so gut wie schon Jahre nicht mehr. Es siegte überlegen das Team aus Sachsen. Dann folgte die Jugendwertung: Platz drei ging an Sachsen, damit war der Seriensieger entthront. Wer aber würde den Pokal gewinnen? Der Abstand beträgt nur einen Punkt, verlas der Wettkampfleiter und Rang zwei geht an … Westfalen. In diesem Moment brachen Jubelstürme los: Bayern hatte den Herbert-Schmidt-Pokal gewonnen, und damit seinen größten Erfolg beim Jugendländervergleichskampf erreicht! Athleten und Betreuer lagen sich vor Freude in den Armen, als der kleine Tobias Spangenberg auf den Schultern von Landesjugendfachwart Sebastian Cionoiu die schwere Trophäe in Empfang nahm.

Noch aber stand die Gesamt-wertung aus. Bayern schaffte sein Ziel und holte mit 337 Punkten hinter den mit 381 Punkten deutlich siegenden Sachsen den zweiten Gesamtplatz! Auf den weiteren Rängen folgten Westfalen mit 327 und Hessen mit 325 Punkten. Bestens gelaunt machte sich das bayerische Team auf den Heimweg, um schon von weiteren Zielen zu sprechen: Platz 1 in der Gesamtwertung wird angepeilt. Und vielleicht findet der JJLVK im nächsten Jahr sogar in Bayern statt.

Bayerncup-Auftakt 2008 im Bayerischen Wald

Doppelsiege für Claudia Greiner und Ralph Körner

Der SV Mietraching war am 12. und 13. April Ausrichter des ersten Bayerncup-Wochenendes. Unter der Leitung von Roland Vogl fand am Samstag bei guten äußeren Bedingungen in einem anspruchsvollen Gelände bei Nadling, Nähe Deggendorf, der erste Bayerncup-OL über die Langdistanz statt. Mit der Karte "Großbichelstein" mussten die etwa 150 Teilnehmer versuchen ihre Posten im typischen Bayerwaldgelände mit vielen Steinen und Felswänden so schnell als möglich zu finden und zu quittieren. Zusätzlich erschwerten knifflige Routenwahlen den Lauf.

Diese Tatsachen schlugen sich auch auf die Ergebnisse nieder, es gab zum Teil sehr große Zeitdifferenzen zwischen den einzelnen Läuferinnen und Läufern. Auch in den beiden Elite-Kategorien waren die Zeitunterschiede deutlich. Bei den Damen gewann Claudia Greiner vom TSV Grünwald mit drei Minuten Vorsprung vor der Zweitplatzierten Jana Faltejskova. Die auf dem dritten Platz einlaufende Helga Wagner von der OLG Regensburg hatte bereits 16 Minuten Rückstand. In der Herrenelite setzte sich erneut der Favorit Ralph Körner vom OLV Landshut mit 15 Minuten Vorsprung vor Sebastian Cionoiu vom TV Coburg Neuses durch.

Die Regie des zweiten Bayerncup-Laufes am Sonntag hatte Petra Lange übernommen. Dieser OL führte über die Mitteldistanz mit kürzeren Bahnlängen. Dafür wurden die Teilnehmer durch kurze Postenabstände, viele Richtungswechsel und erneut diffizilen Routenwahlen gefordert. Der Lauf zählte zugleich für die Bayerischen Bestenwettkämpfe im Mitteldistanz-Orientierungslauf. Als Gelände diente der Ferienpark Bischofsmais und seine unmittelbare Umgebung, als Grundlage die OLKarte "Ferienpark" im Maßstab 1:5000. Die Läuferinnen und Läufern mussten sich auf diesen Maßstab auch erst umstellen, da die Karten am Vortag einen Maßstab von 1:10000 aufwiesen.

Der 2. Bayerncup-OL war sehr interessant, da in einem relativ kleinen Bereich viele Postenstandorte anzulaufen waren und dadurch ein lebhafter Wettkampf entstand ist. Petra Lange hatte die Zügel fest in der Hand und wickelte die Veranstaltung mit ihrem Team zur vollen Zufriedenheit der Teilnehmer ab. Dazu zählte auch die unmittelbar nach Ende des Laufes in der Gaststätte des Ferienparks durchgeführte Siegerehrung. In beiden Rennen konnten sich Claudia Greiner und Ralph Körner in der Eliteklasse behaupten.

Autoren: W. und R. Körner