Die Verkündung der Wertung nach dem Einzellauf bestätigte dies, der bayerische Nachwuchs lag auf Platz 3, knapp vor der Mannschaft aus Westfalen. Deutlich führte der Favorit Sachsen vor dem Überraschungszweiten Hessen. Einen Tagessieg durften die Bayern bei der Ehrung trotzdem bejubeln, Ralph Körner (OLV Landshut) hatte den Betreuerlauf gewonnen.
Am nächsten Morgen stand zunächst wieder ein Betreuerlauf auf dem Programm, bei dem mit Ralph Körner und Thomas Scheler (TV Coburg-Neuses) die Ränge 3 und 6 erzielt wurden. In den darauffolgenden Stunden stellte sich heraus, dass die Trainer eine glückliche Hand bei der Staffelaufstellung bewiesen hatten. Bei den Schülern setzte man den erst zehnjährigen Tobias Spangenberg (OLG Regensburg) in der ersten Staffel ein. Er übernahm dabei das Rennen von seinem Vereinskameraden Tobias Kuhn und übergab nach einem tollen Lauf aussichtsreich liegend an Valtteri Kolehmainen. Der stellte seine derzeit gute Form unter Beweis und brachte die Staffel als 2. ins Ziel. Diesen Spitzenrang holte auch die ausgeglichen laufende D14-Staffel in der Besetzung Cornelia Sammet, Stephanie Fischer (beide OLG Regensburg) und Annkathrin Greiner.
Bei der weiblichen Jugend D 15-18 hatte man im bayerischen Lager schon im Vorfeld auf einen Sieg gehofft. Dass Josephine Greiner, Anna Biller und Maria Lange diesen, zur Freude aller Bayern am Ende auch wirklich nach Hause gelaufen haben, hing an einem seidenen Faden. Schlussläuferin Maria Lange hätte nämlich beinahe vergessen, den letzten Posten zu quittieren.
Unerwartet erfolgreich war auch die H17-18-Staffel mit Josef Fenzl (Regensburg), Christopher Clemens (Coburg-Neuses) und Florian Kerschl (Mietraching). Sie holten sich nach einem spannenden Wettkampf sensationell den zweiten Platz mit nur knappem Rückstand auf die Siegermannschaft. Die Staffel profitierte aber auch von einem folgenschweren Fehlstempel der eigentlich souverän führenden Sachsen, der diese damit aus dem Rennen warf. Da die nicht optimal besetzte bayerische H16-Staffel mit Rang 6 trotzdem das erhoffte Ergebnis erreichte, war klar, dass es in der Jugendwertung äußerst knapp werden würde.
Für die Gesamtwertung brauchte das bayerische Team auf jeden Fall noch gute Ergebnisse bei den Junioren. Hier war man aber nicht ganz so stark besetzt wie bei der Jugend. In der D19-20 reichte es trotz kämpferischer Leistung nur zu Rang 7. Besser machte es das Trio mit Sebastian Cionoiu, Benjamin Forkel (beide TV Coburg-Neuses) und Simon Aigner (Mietraching). Nach missglücktem Beginn beendeten sie das Rennen auf Platz 4 und holten so wertvolle Punkte für das Team.
Besonders spannend verlief dann die Verkündung der Länderwertungen. Bei den Junioren landete Bayern auf Rang vier und war damit so gut wie schon Jahre nicht mehr. Es siegte überlegen das Team aus Sachsen. Dann folgte die Jugendwertung: Platz drei ging an Sachsen, damit war der Seriensieger entthront. Wer aber würde den Pokal gewinnen? Der Abstand beträgt nur einen Punkt, verlas der Wettkampfleiter und Rang zwei geht an … Westfalen. In diesem Moment brachen Jubelstürme los: Bayern hatte den Herbert-Schmidt-Pokal gewonnen, und damit seinen größten Erfolg beim Jugendländervergleichskampf erreicht! Athleten und Betreuer lagen sich vor Freude in den Armen, als der kleine Tobias Spangenberg auf den Schultern von Landesjugendfachwart Sebastian Cionoiu die schwere Trophäe in Empfang nahm.
Noch aber stand die Gesamt-wertung aus. Bayern schaffte sein Ziel und holte mit 337 Punkten hinter den mit 381 Punkten deutlich siegenden Sachsen den zweiten Gesamtplatz! Auf den weiteren Rängen folgten Westfalen mit 327 und Hessen mit 325 Punkten. Bestens gelaunt machte sich das bayerische Team auf den Heimweg, um schon von weiteren Zielen zu sprechen: Platz 1 in der Gesamtwertung wird angepeilt. Und vielleicht findet der JJLVK im nächsten Jahr sogar in Bayern statt.