Sie haben uns Kunstschätze und Bauwerke von größtem historischen Wert hinterlassen, Begriffe aus ihrer Kultur und Sprache sind uns allen geläufig, das Denken von Sokrates und Aristoteles findet Beachtung bis in unsere Zeit. Aber es gibt etwas, was sich selbst die alten Griechen als ihre Erfinder niemals hätten träumen lassen: die Langlebigkeit ihrer größten Erfindung, die man selbst nach tausenden Jahren in jedem Winkel der Erde kennt: Die Olympischen Spiele.
Über die Entstehung der Spiele gibt es unterschiedliche Meinungen. Griechische Mythen erklärten mal Herakles, mal Pelops zu ihren Begründern. Eine andere Erzählung besagt, dass es ungefähr 1000 Jahre vor Christi Geburt gewesen sein muss, als eine Gruppe von Frauen an einem Ort, der den Göttern geweiht war, ein Dankesfest für eine reiche Ernte abhielten. Der Ort hieß Olympia!
Später errichtete man hier einen Tempel für Hera, Gattin des Zeus und Schutzgöttin der Ehe und Niederkunft. Ihre Anhängerinnen, so wird überliefert, veranstalteten hier ihr zu Ehren Wettläufe. (Im Heratempel stand auch der Tisch, auf dem später die Siegerkränze während der olympischen Wettkämpfe ausgelegt wurden. Seit 1936 wird am Heraaltar das Olympische Feuer für die Olympischen Spiele der Neuzeit entzündet)
Ein halbes Jahrhundert später hatte sich Olympia völlig verwandelt. Dutzende Gebäude waren um enteinen gewaltigen Tempel herum errichtet worden, der dem Gott Zeus geweiht war. Im Inneren des Tempels befand sich die Zeus Statue des Phidias aus Gold und Elfenbein, die in der Antike zu einem der sieben Weltwunder gezählt wurde.
Die eher spielerischen Wettkämpfe der Hera Verehrerinnen hatten sich zu einem sportlichenGroßereignis entwickelt. Die Wettkämpfe, immer noch Götterkult, fanden jetzt nach festen Regeln nur noch mit männlichen Athleten statt. Es war die Geburtsstunde der Olympischen Spiele.
Von nun an fanden alle vier Jahre in Olympia Wettkämpfe statt.