Alle vier Jahre trafen sich Athleten aus allen griechischen Stadtstaaten zu den neuen olympischen Spielen um zu kämpfen und zu beten. Bevor die Sieger ermitteltet wurden, fand ein Gottesdienst statt. Sie beteten und opferten dem für sie allmächtigen Gott. Olympia war inzwischen ein zentrales religiöses Fest. Das Ereignis selbst wurde als geheiligtes Opfer betrachtet, denn im griechischen Ideal waren Sport und Religion untrennbar verbunden.
Die Wettkämpfe waren wild und gefährlich. Der zweite Platz war nichts wert, der Sieger gewann alles, nicht nur den Preis, sondern auch hohes Ansehen in seiner Heimat. Wenn er starb wurde er noch wesentlich schneller zum Helden. Deshalb kämpfte man in Olympia buchstäblich bis zum Tode.
So wird von den 54. Olympischen Spielen berichtet, dass der zweifache Olympiasieger im Pankration (Faust und Ringkampf, beim dem außer beißen und kratzen fast alles erlaubt war. Gekämpft wurde bis zur Aufgabe), Arrhichion aus Phigaleia, zum Sieger erklärt wurde, aber nicht überlebte. In der Sekunde, in der Arrichion starb, weil ihm sein Gegner die Luft abschnürte, signalisierte dieser seine Aufgabe wegen eines gebrochenen Zehs. Die Kampfrichter erklärten den toten Arrhichion zum Sieger.
Nicht alle Ereignisse waren so gefährlich, wie die Wagenrennen und das Pankration, doch jeder Kampf und jedes Rennen erforderte absolute Hingabe.