Für die Teilnehmer an den Spielen galten strenge Regeln, auf die sie zu Beginn eingeschworen wurden. Bei Verstößen gab es drakonische Strafen. Es drohte der sofortige und unehrenhaften Ausschluss von den weiteren Wettkämpfen. Oder aber es wurden auf Kosten des Regelsünders Zeusstatuen (Zanen) angefertigt, die mit Namen und Herkunftsort des Bestraften versehen am Zugang zum Stadion aufgestellt wurden. Für die Zuschauer bedeutete der Besuch der Spiele eine beschwerliche und lange Reise auf sich zu nehmen. Doch war die Anziehungskraft der Spiele so groß, dass offenbar viele diese Mühen auf sich nahmen. Frauen waren nur solang sie unverheiratet waren als Zuschauerinnen zugelassen. Bei Zuwiderhandlung drohte ihnen der Tod.
Auch die Politik weiß nicht erst seit heute die Wirkung der Olympischen Spiele für sich zu nutzen.
Den Stadtstaaten waren ihre olympisch Champions besonders teuer, einen Olympiasieger zu den Bürgern der eigenen Stadt zählen zu können, veranlasste manche Politiker, einen Athleten abzuwerben.
Der Einfluss des Römischen Reichs auf das antike Griechenland wirkte sich auch auf die Olympischen Spiele aus. Im Jahre 80 v. Chr. ließ der römische General Sulla die Spiele in Rom austragen, nachdem er Olympia und Delphi geplündert hatte. Die Goldelfenbein Statue des Zeus wurde geraubt und nach Konstantinopel gebracht.
Kaiser Nero hatte wiederum den grandiosen Einfall, die 211. Olympiade zeitlich von 65 n. Chr. auf das Jahr 67 verlegen zu lassen. Weil sie besser in seinen Terminkalender passten, wollte er sich doch selbst als Olympiakämpfer versuchen. Der Überlieferung nach lenkte er in einem Rennen einen Wagen mit zehn Pferden, in dem kein anderer starten durfte. Obwohl er angeblich während der Fahrt sogar aus dem Wagen fiel, ließ er sich dennoch - entgegen aller Regeln - als "Olympiasieger" feiern.
Im Jahr 393 n.Chr. verbot der römische Kaiser Theodosius I. die Olympische Spiele. Der ursprünglich heidnisch Kult, der dem Fest zugrunde lag, war Theodosius ein Dorn im Auge. Nach tausend Jahren und 293 Olympiaden versank der Stern von Olympia. Für viele Jahrhunderte verschwand der Olympische Gedanke, erst Pierre de Coubertin erweckte ihn im Jahr 1896 wieder zum Leben.