Bernardine Madl

 

Es war während der Olympischen Spiele 2000 in Sydney, als die damals 7-jähige Bernardine Madl (14) im Fernsehen die Übertragung der Wettbewerbe in der Rhythmischen Sportgymnastik verfolgte.

„Ich war so fasziniert, dass ich sofort mit RSG anfangen wollte,“ erinnert sich die Schülerin am Oskar-Maria-Graf Gymnasium in Neufahrn.

Schon wenige Tage später hatte Mutter Silvana für ihre Tochter ein Probetraining im Landesleistungszentrum München vereinbart. Niculina Voinea, Landestrainerin im LLZ, erkannte sofort ihr außergewöhnliches Talent und nahm Bernardine im Juli 2001 in ihren Kader auf.

Angst vor dem harten Training hatte sie zu keinem Zeit-
punkt. Nikulina Woinea führte ihren neuen Schützling be-
hutsam an die neue Sportart heran und bildete sie aus. Trainingsmethoden, wie wir sie von Bildern fanatischer Trainer in China kennen, die ihre Kinder gewaltsam bie-
gen und dehnen, hatte Bernardine nicht zu befürchten.

„In unserer Sportart ist Beweglichkeit gefragt. Und wer kein Talent von Natur aus mitbringt, kommt auch nicht sehr weit. Bei uns wurde bislang niemand zu etwas gezwungen. Aber wer nicht bereit ist, hart an sich zu arbeiten, wird in der Rhythmischen Sportgymnastik auch niemals Erfolg haben.“ Mit dieser Einstellung ging Bernardine an ihre neue Sportart heran.

Wenn aber Begabung, Talent, Fleiß und Ausdauer zusammenfinden und zu einer Einheit werden, öffnen sich wie von selbst neue Wege.

Nach nur einem Jahr fleißigen Trainings konnte sich das Ausnahmetalent Bernardine bereits in die Siegerliste beim Bayerischen Nachwuchspokal eintragen. Zweite Plätze bei einem hochkarätig besetzten internationalen Turnier in Bratislava und bei den Oberbayerischen Meisterschaften rundeten das Bild ab.

Jetzt nahm der Zug an die Spitze erst richtig Fahrt auf. Bernardine wurde in den Perspektivkader berufen und gleichzeitig in den Bundeskader D/C aufgenommen. Unermüdlich wurde das tägliche harte und anspruchs-
volle Training absolviert, die zusätzlichen langen Fahrten von Neufahrn nach München und zurück in Kauf genommen. Und Mutter Silvana war und ist nimmer-
müde, ihre Tochter als “Mama-Taxi“ zu chauffieren.

 

Als Zehnjährige gelingt Bernardine bei den Bayerischen Meisterschaften in Nürnberg in der Schülerleistungsklasse gleich der Sprung auf den obersten Platz auf dem Stockerl. Weitere überragende Platzierungen bei internationalen Turnieren bescheren ihr die Berufung in den Bundeskader C.

Die nächsten Jahre bringen weitere Steigerungen und Top-Platzierungen. Mit elf Oberbayerische Meisterin in Traunstein, Bayerische Meisterin in der Schülerzeitungklasse und ein beachtlicher achter Platz bei den Deutschen Meisterschaften.

 

 

 

 

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