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Der Fall: Einige werden sich an die Fernsehbilder des olympischen Marathonlaufs erinnern können. Kurz vor dem Ziel wurde der Brasilianer Noch am gleichen Tag legten sowohl er als auch der brasilianische Leichtathletikverband bei der zuständigen „Jury of Appeal“ Protest ein, dem nicht stattgegeben wurde. Hierauf erhoben beide Beschwerde beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS). Die Antragsteller argumentierten folgendermaßen: Zum Zeitpunkt der Attacke sind die Verfolger zugegebenermaßen eine höhere Geschwindigkeit gelaufen. Den Rückstand von 29 Sekunden hätten diese gleichwohl nicht aufholen können, wenn sie die gleiche Geschwindigkeit wie beim Zwischenfall bis zum Ziel weitergelaufen wären. Der Zwischenfall dauerte zwar nur 16 Sekunden, kostete Cardeiro de Lima jedoch weitere Kräfte und verschaffte den Verfolgern einen psychologischen Vorteil, so dass sie auflaufen konnten, was diese zusätzlich beflügelt habe. Der Antragsgegner (die Jury of Appeal) hielt dem entgegen, dass er durch seine Entscheidung endgültig über die Anwendung einer Spielregel befunden habe, die vom CAS nicht mehr abgeändert werden könne. Darüber hinaus haben die Antragsteller nicht überzeugend genug darlegen können, dass Codeiro de Lima ohne den Zwischenfall das Rennen tatsächlich gewonnen hätte. Darüber zu spekulieren sei müßig. Die Entscheidung: Der CAS stellt zunächst fest, dass es für die Entscheidung grundsätzlich zuständig sei. Auch könne sich ein Sportler mit dem Ziel des Erhaltes einer olympischen Goldmedaille an den CAS wenden, d.h. dass der Sportler aktiv legitimiert ist. Die Aktivlegitimation für den Leichtathletikverband verneinte es jedoch. Damit blieb nur noch Codeiro de Lima auf Antragstellerseite übrig. In der Sache stellte der CAS fest, dass die Entscheidung der Jury of Appeal, Stefano Baldini die Goldmedaille zu verleihen, eine „field of competition decision“ (Spielfeldentscheidung) gewesen sei und solche Entscheidungen grundsätzlich geschützt seien. Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn eine solche Entscheidung willkürlich oder in böser Absicht getroffen wird. Dies wäre der Fall, wenn eine erwiesene Bevorzugung oder Benachteiligung vorliegen würde. Der CAS führte weiter aus, dass die Hürden hierfür hoch angesetzt werden müssen, da ansonsten mit einer Flut von Verfahren enttäuschter Wettkämpfer gerechnet werden müsse, welche nichts unversucht lassen würden, ihr Resultat am grünen Tisch zu verbessern. Der CAS kam zu dem Schluss, dass Codeiro de Lima nicht habe darlegen können, welche Wettkampfbestimmung verletzt worden sei, indem man Baldini, der als erster die Ziellinie überschritt, die Goldmedaille zuerkannte. Deshalb kam es zu keinem anderen Resultat bzw. keiner anderweitigen Medaillenverteilung. Für eine weitere Goldmedaille fehlte es an einer entsprechenden Rechtsgrundlage im Reglement der IAAF. Auch wenn es feststellte, dass Codeiro de Lima Opfer unglücklicher Umstände geworden sei, blieb dem obersten Internationalen Sportschiedsgericht nichts anderes übrig, als den Antrag abzuweisen. Zumindest erhielt der die „Baron de Coubertin-Medaille“ für besonders sportliches Verhalten. Vanderlei Cordeiro de Lima von einem Zuschauer attackiert und dabei von der Strecke gedrängt. Er konnte den Lauf zwar fortsetzten, wurde jedoch von zwei Verfolgern überholt. Die Goldmedaille holte sich der aus Italien stammende Stefano Baldini. Cordeiro de Lima gewann die Bronzemedaille. Anmerkungen: Cordeiro de Lima hat die Braron de Corbertin-Medaille zu Recht erhalten, zumal er mit seinem Antrag eigentlich die Verleihung einer zweiten Goldmedaille erstrebte, jedoch nicht die Aberkennung der Goldmedaille zu Lasten Stefano Baldinis. Er erstrebte also eine Lösung, wie sie bei den Olympischen Winterspielen im Jahre 2002 in Salt Lake City im Paarlauf angeordnet worden war. Damals war eine Preisrichterin offensichtlich beeinflusst worden. Der IOC-Präsident hat hierauf per Dekret eine zweite Goldmedaille verliehen. Hierzu war allerdings das Schiedsgericht im vorliegenden Fall nicht in der Lage, da dies das Reglement nicht hergab. Zusammenfassend hat der CAS entschieden, dass:
Auch aus dem Turnen gibt es hierzu Beispiele: So hat Bruno Grandi, Präsident des Internationalen Turnerbundes (FIG), den Sieger des Mehrkampffinales im Gerätturnen männlich Paul Hamm (USA) aufgefordert, seine Goldmedaille aus Gründen der Fairness an den Südkoreaner Yang Tae Young weiterzugeben. Was es damit auf sich hat, werden wir in der nächsten Ausgabe näher betrachten. Dr. Alfons Hölzl,
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