Doping im Jugendsport
Fair Play –
die Grundlage
des Wettkampfsportes
„To dope“ bedeutet im Englischen „künstlich anreizen“, „aufpulvern“
Dieser Artikel soll dazu beitragen, jungen Sportlerinnen und Sportlern ein fundiertes Wissen über eine der schwerwiegendsten Bedrohungen des Leistungssportes zu vermitteln: Doping. Nur wer weitreichende Kenntnisse über dieses Phänomen besitzt, kann sich ein selbstständiges Urteil bilden und eine eigene, gefestigte Überzeugung gewinnen, mit der er diesem Problem begegnet. Dieser Beitrag wendet sich aber auch an diejenigen, die sich mit der Betreuung, Ausbildung und Führung junger Menschen im Sport befassen.
Dass sich die Diskussionen um den Gebrauch von Drogen und leistungssteigernden Mitteln so stark in der Öffentlichkeit entzündet hat, hängt mit dem Verlust des Respekts vor Werten, Normen, Bindungen und Ordnungen, die für Gerechtigkeit sorgen sollen, zusammen. Seit spätestens 1989 brach im Sport der Vulkan „Doping“ aus.
Zwei Grundprinzipien stützen und konkretisieren ein gesundes Fair Play: Das Prinzip der „Selbstbewegung“. Damit ist gemeint, dass die Athletin/der Athlet Leistungen mit den eigenen geistigen und körperlichen Möglichkeiten erbringt, die ihr/ihm von Natur aus mitgegeben sind.
Das Prinzip der Chancengleichheit. Dieses Prinzip gewährleistet den Schutz gleicher Wettkampfbedingungen.
Doping wirkt, Kontrolle auch
Im Zusammenhang mit Doping wird sowohl die Chancengleichheit als auch das Prinzip der „Selbstbewegung“ oder „Natürlichkeit“ verletzt, wenn die Leistungen der Sportler nicht mehr auf den naturgegebenen Möglichkeiten beruhen.
Eine exakte Definition des Begriffs „Doping“ ist schwer, da eine Grauzone zwischen Doping und Nichtdoping existiert. Grenzwerte, z.B. bei Nahrungsergänzungsmitteln, werden häufig benutzt, um eine Form des Doping zu realisieren, die nicht bestraft werden kann. Dennoch ist es Doping.
Doping ist sinngemäß alles, was jenseits der „natürlichen“ Möglichkeiten liegt und meist mit Hilfe von Medikamenten und Aufputschmitteln bewirkt wird zum Beispiel: den entscheidenden Kick ermöglichen, Ermüdung und Überlastung hinwegtäu-
schen, Schmerz unterdrücken, die Muskelkraft erhöhen, die Sauerstoffversorgung der Muskulatur und die Ausdauer verbessern und das Selbstvertrauen ins Unermessliche erhöht.
Doping ist der Versuch, ohne Rücksicht auf die eigene Zukunft, Gesundheit und die Folgen für andere, Grenzen zu sprengen, um im Wettkampf der Bessere oder der Beste zu sein. Dabei wird dem, der sich nicht dopt, Schaden zugefügt!
Ein weiterer Grund ist: in der heutigen Zeit geht es im Sport nicht nur um ichbezogene und soziale Aspekte, sondern auch um die finanzielle Absicherung. Ein Profi-
sportler verdient seinen Lebensunterhalt mit Hilfe von Siegprämien und Sponsorenverträgen. Jedoch sind diese Gelder von seiner Leistung abhängig. Das bedeutet, dass nur ein guter Athlet sein Leben mit dem Sport finanzieren kann. Um Erfolg zu haben, ist ein intensives Training erforderlich. Die Entscheidung für Doping, zusätzlich zum weiterhin notwendigen intensiven Training, liegt in der Motivation begründet, sich gegen andere Sportler durchsetzen zu wollen.