Sieben Prozent der Jugendlichen unter 16 Jahren, die mindestens eine Sportart betreiben, gaben zu, verbotene Substanzen eingenommen zu haben. Die Umfrage wurde unter insgesamt 14.000 Schülern in Italien durchgeführt.

 

 

 

 

                              Finger weg von verbotenen Substanzen - L E B E N S G E FA H R

 

Im Dilemma zwischen Erfolgsorientierung und Werten und Regeln des Sportes

Im Laufe seines Lebens muss jeder Mensch täglich neue Entscheidungen treffen. In jungen Jahren übernehmen dies meist die Eltern, ob z. B. ein Kind ins Gymnasium gehen soll, auf die Real- oder die Hauptschule, wie lange es fernsehen darf oder in welchen Sportverein es gehen soll. Nach und nach sollen Kinder und Jugendliche dann lernen, selber Entscheidungen zu treffen und auch die Verantwortung für die Folgen zu übernehmen. Dies gilt auch für die Frage, wie Jugendliche ihr Sporttreiben gestalten und wie sie mit der Versuchung des Dopings umgehen sollen. Dort gibt es bestimmte Dilemmasituationen wie zum Beispiel:
„Stell dir vor, du hast dich für den 100m-Endlauf bei den Olympischen Spielen qualifiziert. Deine Siegchance ist gering. Wenn du siegen würdest, wären dir große Werbeverträge, Ruhm, Anerken-
nung usw. sicher. In deiner Sportkarriere hast du noch nicht gedopt. Nun schlägt dir dein Trainer vor, dich mit einem nicht nachweisbaren Mittel zu dopen – nur für diesen Wettkampf, später nie mehr. Dann könntest du dir sicher sein, dass du gewinnen wirst.“ Eine typische Dilemmasituation.

 

Nun stellt sich die Frage, was soll man machen. Natürlich möchte man siegen, das Umfeld sowie die gesamte Bevölkerung des Landes wollen dies auch. Aber wenn man gewinnen will, müsste man gegen die Regeln verstoßen und betrügen. Man ist zerrissen zwischen den Erwartungen, der eigenen Hoffnung und den Regeln und Werten des Sportes. Wählt man das Doping, so sind einem Ruhm und Ehre gewiss, möglicherweise aber auch die Entdeckung des Betruges. Als Leistungssportler/-in wird man im Verlauf seiner Sportkarriere mit hoher Wahrscheinlichkeit Situationen gegenüber stehen, in denen einem die Einnahme leistungssteigernder Mittel nahegelegt wird. Die notwendige Entscheidung wird schwer fallen: ja oder nein? Tu’ ich’s, oder tu’ ich es nicht? Bin ich standhaft oder unterliege ich der Versuchung? Je unvorbereiteter einen diese Situationen treffen werden, desto größer ist die Gefahr, dass man eine Entscheidung treffen wird, die man später einmal bitter bereut, vielleicht sogar mit seinem Leben bezahlt.

 

                               Wir wollen Erfolg, aber keine schmutzigen Lorbeeren

 

Wichtig ist, sich über die typischen Versuchungssituationen im Klaren zu sein. Spiele ich „FAIR PLAY“ oder unterliege ich der Versuchung, möglichst bald und um jeden Preis an Geld, Prestige und mögliche Goldmedaillen heranzukommen. Zudem stellt sich für jeden jungen Sportler die Frage, ob er dem Leistungssport wirklich nachgehen soll, oder sich nicht lieber für eine Ausbildung oder ein Studium entscheiden sollte.

Zunächst ist die Idee wohl sehr faszinierend, wenn man sich ganz auf seinen Sport konzentrieren kann, Ruhm und Reichtum vor Augen hat. Sicherlich hat jeder von uns schon einmal davon geträumt, bei Olympischen Spielen ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, und dafür dann auch noch reichlich „Kohle“ zu kassieren. Bei diesen Überlegungen sollte man jedoch auch an die Nachteile denken. Was mache ich, wenn meine Karriere wegen Verletzung oder Krankheit ganz abrupt endet? Was ist, wenn ich bis dahin keinen optimalen Schulabschluss und keine Berufsausbildung habe? Wie sieht dann meine weitere Lebensplanung aus?

  

Seite 2 von 3                                          zurück   /   weiter