Ehrenamtlich - und völlig unspektakulär



Beim Hauptausschuss Ende Oktober auf Schloß Schney wurde S. Wagner-Seitz bei nur fünf Enthaltungen zur Vizepräsidentin Breiten- und Wettkampfsport gewählt

 

Sigrid Wagner-Seitz

Manche rechnen damit, einen Auftrag als Referent zu erhalten -und verlassen die Geschäftsstelle mit der Aussicht auf die Ämter einer Landesfachwartin für Wandern und Natursport und der Vize-Präsidentin Breiten- und Wettkampfsport. Ehrenamtlich, versteht sich - und völlig unspektakulär.

Aufgewachsen ist Sigrid Wagner-Seitz (47) in München - mitten im Herzen von Schwabing, auf der Leopoldstraße - wo ihre Eltern das Traditionslokal “Leopold“ , das heutige “Bachmaier“ betrieben. Schon früh wurde sie mit Namen aus der Münchener Promi-Szene bekannt und vertraut. Der Schriftsteller Erich Kästner (Das fliegende Klassenzimmer) und der Schauspieler Wolfgang Fierek (Tierarzt Dr. Engel) gehörten zu den Stammgästen des elterlichen Wirtshauses.

Gerne erzählt Sigrid Wagner-Seitz kleine Anekdoten, die sich im Gasthaus zugetragen haben. So die amüsante Geschichte von Familienhund “Ipso vom Schönanger“, einem Rauhhaardackel, der gemeinsam mit Vater Josef jeden Gast an der Tür begrüßen ging, um anschließend an den Vorhängen sein Revier zu markieren. Die neugierigen Blicke der Gäste folgten aufmerksam dem Hausherrn, der als einziger vom dem sich ständig wiederholenden Schauspiel nie etwas mitbekommen hatte. Bis heute kann Sigrid Wagner-Seitz herzhaft über diese Geschichte lachen.

Sigrid Wagner-Seitz mit ihren Weimaranern Oskar, Shila und Mona

Nach erfolgreichem Abschluss am Nymphen-
burger Gymnasium studierte sie, auf Anraten eines Lehrers, Sport, Englisch, Französisch und Deutsch. Dabei wollte sie nie Lehrerin, sondern Goldschmiedin oder Maskenbildnerin werden. Aber nach einer halbjährigen Odyssee von Arbeitsamt zu Arbeitsamt musste sie feststellen, dass in diesen Bereichen keine Lehrstelle zu ergattern war.
Nach dem Studium begab sich Sigrid Wagner-Seitz auf große Reise, arbeitete mehrfach in den USA als Austauschlehrerin, in Neuseeland und Griechenland im Bereich Outdoor-Pädagogik.
Während eines Engagements bei der Stadt München kam sie mit “New Games“ in Berührung, einer Spielform ohne Wettkampfcharakter.

 
Diese beiden Schienen, Outdoor-Pädagogik und New Games, verfolgt sie bis heute in ihrer eigenen Firma, die sie seit Ende der 80er Jahre - mit Ausnahme einer kleinen Auszeit - führt.

2002 kehrte sich aus persönlichen Gründen München den Rücken und zog mit ihrem Mann nach Niederbayern. Sie wollten nicht dem ewigen Ruf nach: „Immer höher! Immer weiter! Immer schneller!“ folgen. Anfang vierzig kommt der Mensch in eine Phase, wo er sich neu orientieren will, denn noch ist Zeit, etwas Neues anzufangen.

Seit Oktober hat Sigrid Wagner-Seitz wieder ihr kleines Büro, fängt wieder da an, wo sie 2003 aufgehört hat. Zurück zu Outdoor Pädagogik und New Games - und voller Elan hin zu neuen Aufgaben beim Bayerischen Turnverband.   uh