Und führe uns nicht in Versuchung

Taktiken der Dopingverführer erkennen und richtig reagieren

 

„Herr S. hat mich hin und wieder zum Essen eingeladen. Bei den Gesprächen wurde häufiger über Doping geredet, zunächst hat Herr S. mir aber keine Dopingmittel konkret angeboten. Im Laufe der Zeit sagte er, wenn man wolle, könne er etwas besorgen. Er stellte zunächst also nur die Möglichkeit dar. Ich hatte auch zunächst kein Interesse, ich wollte eigentlich nicht. Das Gespräch kam immer wieder auf Dopingmittel. Es fiel dann in eine Zeit, in der ich über meine sportlichen Leistungen frustriert war. Irgendwann nach der Saison 1986/1987 habe ich dann doch zugestimmt. Wegen meinen Problemen mit meinem Fuß hatte ich damals auch einen Trainingsrückstand.“

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Du bist eine junge Leistungssportlerin, und dein Trainer ist dein großes Vorbild. Du schwärmst von ihm: „Er hat schon so viele Preise gewonnen, beherrscht die schwierigsten Elemente und sieht dazu auch noch gut aus!“ Du willst auch soviel Erfolg haben wie er, auch die kompliziertesten Elemente beherrschen - nur leider läuft es im Training nicht so optimal für dich. Alle in deiner Gruppe sind dir schon etwas voraus und auch bei den Wettkämpfen kannst du deine volle Leistung nicht zeigen. Dein Trainer ist nett zu dir, er spricht über eine bessere Ernährung und kleinere Zusätze, die deine Leistung verbessern sollen. Nachdem dein Trainer für dich eine Vertrauensperson ist und “ja nur das Beste für dich will“, machst du natürlich was er will.

Dies ist eine typische Versuchssituation der vor allem jüngere Sportler unterliegen. Obwohl es ihnen nicht ganz richtig erscheint, was der Trainer vorschlägt, wird es dennoch ausprobiert. Sie vertrauen und glauben dieser Person meistens mehr als ihren eigenen Eltern. Denn was ihr Vorbild sagt, ist “richtig und gut für sie“. Problematisch wird es, wenn ihr Idol selbst Drogen nimmt, denn häufig ist dies nicht nur ein Anlass für Jugendliche etwas zu nehmen, sondern sogar eine Art Legitimation.

Um Missverständnissen vorzubeugen:

Die meisten Trainer und Trainerinnen sind ehrliche Sportler, die ihren Sport lieben und über jeden Zweifel und Verdacht erhaben sind. Aber es gibt leider auch schwarze Schafe, die bevorzugt junge Sportlerinnen in Abhängigkeit bringen und ihr schmutziges, von Ehrgeiz zerfressenes Spiel treiben.

Um eine Akzeptanz von Dopingmitteln zu erreichen, werden bei Leistungssportler, ganz unwissentlich, schon im Vorfeld die Hemmschwellen zur Einnahme von Dopingpräparaten Stück für Stück heruntergesetzt. Sportlerinnen und Sportler, die noch nicht mit Doping in Berührung gekommen sind, werden selten über Nacht zu Dopingathletinnen und –athleten. Meist geht einer solchen Verwandlung ein längerer Prozess voraus. Die Entscheidung zur Verwendung von verbotenen Substanzen wird schrittweise herbeigeführt. Dies kann durch kleine Schritte, bei der medizinisch nicht notwendigen Verwendung von erlaubten Medikamenten ebenso erfolgen, wie durch sprachliche Formulierungen, die Doping als “Veränderung der Ernährung“, “unterstützende Maßnahme“ oder “Förderung der Konstitution“ verschleiern. Auch die Verwendung von zweifelhaften Mitteln erhöht die Bereitschaft, seine Leistung mit Hilfe zusätzlicher Mittel zu verbessern.

 

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